Archiv für den Monat: Juni 2013

The German Patient

Unser Aufenthalt in Copacabana hat sich etwas in die Länge gezogen, weil Jonas weiterhin hohes Fieber hatte und das etwas auskurieren musste. So blieben wir einen Tag länger als geplant in Bolivien am Titikakasee. Deshalb und weil es sehr touristisch sein soll, haben wir Puno (die peruanische Seite des Titikakasees mit seinen schwimmenden Inseln) nur als Umsteigebahnhof Richtung Arequipa verwendet. Ein weiterer Grund war, dass Arequipa als wohlhabende Stadt mit einer knappen Million Einwohnern mehrere Privatkliniken zu bieten hat. Obwohl dies nur als Notfalloption gedacht war, haben wir uns aufgrund des anhaltenden Fiebers und der zunehmenden Atemprobleme von Jonas entschieden, eine ärztliche Meinung einzuholen.

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Die gute Nachricht war, dass keine Viruserkrankung vorlag (z. B. Dengue-Fieber aus der Pampas). Allerdings musste die bakterielle Infektion im Halsbereich mit Antibiotika behandelt werden.

Arequipa

Die Innenstadt von Arequipa ist relativ modern und intakt, was uns im Vergleich zu grossen Teilen Boliviens zunächst erstaunt hat. Im Supermarkt gab es wieder sämtliche europäische Luxusprodukte, auch Starbucks, McDonalds, Burger King und Konsorten waren wieder vertreten. Das mildere Klima (2300m statt 3800m) kam uns entgegen, das belanglose bolivianische Essen wich gewürzter Küche und so fühlten wir uns in Arequipa wohl.

Ansonsten war zufällig Fronleichnam (Corpo Cristi), was im Gegensatz zu grossen Teilen Deutschlands und der Schweiz gross gefeiert wird. So konnten wir spontan am Plaza de Armas der Prozession beiwohnen. Hierzu wurden den ganzen Tag über christliche Bilder aus gefärbtem Sand auf die Strassen um den Platz gemalt, die dann feierlich von der Festgesellschaft unter Anführung des Erzbischofs von Arequipa zertreten wurden.

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Valle de Colca – Colca Canyon

In der Nähe von Arequipa liegt der Colca Canyon, eine Schlucht tiefer als der Grand Canyon in Arizona. Gerne hätten wir diese Schlucht in einer dreitägigen Tour erwandert (die einzige Möglichkeit, richtig in den Canyon hinein zu kommen). Aus gesundheitlichen Gründen mussten wir dies leider durch eine zweitägige geführte Touri-Tour ersetzen, die allerdings nur in das Tal an den Anfang des Canyons führte. So konnten wir immerhin etwas das Tal bestaunen und bis an den Cruz del Condor vorstossen, wo eine der grössten Kondorkolonien ansässig ist.

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Ansonsten war die Tour wie erwartet überhaupt nicht nach unserem Geschmack, mit einem Führer der fortwährend schlechte Witze riss und nur Stopps in absoluten Touristenhotspots machte, wo er sicher jedes Mal eine Provision kassieren konnte. Beim gemeinsamen Abendessen fanden sich ganz spontan ein kleines folkloristisches Quartett sowie ein Tänzerpaar ein, um peruanisches Musik- und Tanzgut zu präsentieren.

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Cusco

In Peru gibt es zwei Busgesellschaften, die sich von der Masse abheben, sowohl preislich als auch vom Service und der Qualität. Da Jonas immer noch etwas reduziert war, haben wir den Cruzero Suite von Cruz del Sur nach Cusco gebucht. Dieser Bus ist die Crème de la Crème seines Standes mit Full-Cama, persönlichem Touchscreenmonitor mit diversen Filmen zum Auswählen, WIFI, Abendessen und Heizung! Das einzige, was zu bemängeln war, war der merkwürdige Fahrplan. In Arequipa fuhren wir um 20 Uhr los, um bereits um 6 Uhr in Cusco anzukommen. Um 5 Uhr wurden wir allerdings schon geweckt, damit wir um 6 Uhr auch ausstiegsbereit waren.

In Cusco dreht sich alles um die Inkas. Die Umgebung ist übersät von Inkaruinen, mehr oder weniger zerstört von den Spaniern und dem Wetter. Die Spanier trifft wohl die Hauptschuld, da sie die Steine der Inkastätten zum Bau ihrer Kathedralen und anderen Kirchen verwendet haben. Cusco ist somit eine Mischung aus Inkagestein und Kolonialbauten.

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Man kommt in Cusco nicht umher, das Boleto Turistico zu kaufen, das zwölf Tage lang Eintritt zu den wichtigsten Stätten ermöglicht. Selbstverständlich ist die bekannteste Inkaruine Machu Picchu nicht in dem Ticket enthalten, sondern kostet noch einmal dasselbe. In den letzen drei Tagen haben wir uns bemüht, so viele Stätten wie möglich zu besichtigen. Die nächste Ruine zu Cusco liegt an dessen Rand und heisst Saqsaywaman und war laut unserem Guide die wichtigste und heiligste Stätte der Inka, denn hier lebte der Hohenpriester. Hier findet immer noch jährlich das grosse Fest zur Sommersonnenwende Inti Raymi statt. Die Spanier haben dies allerdings vom 21. auf den 24. Juni verschoben und dabei ist es geblieben.

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Heute wurde uns leider der Zutritt nach Pisaq verwehrt, da die einzige Brücke im gesamten Tal für die nächsten zwei Monate in Reparatur ist. So mussten wir uns bei Regen mit Ollantaytambo und Chinchero zufrieden geben, die aber auch beeindruckend sind.

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Morgen früh begeben wir uns abermals auf eine geführte Tour, diesmal die Inka Jungle Tour mit dem Ziel Machu Picchu inklusive Huaynapicchu am Montag. Wir hoffen, dass es nicht allzu viel regnet..