{"id":405,"date":"2013-05-13T21:02:50","date_gmt":"2013-05-13T20:02:50","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfey.ch\/blog\/?p=405"},"modified":"2013-05-13T22:44:07","modified_gmt":"2013-05-13T21:44:07","slug":"bloqueo-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/2013\/05\/13\/bloqueo-3\/","title":{"rendered":"Bloqueo"},"content":{"rendered":"<p>Wir haben ein neues Wort gelernt. Bloqueo heisst Blockade und ist <i>das<\/i> heisse Thema der Stunde in Bolivien. Als Evo Morales im Januar 2006 an die Macht kam, hat er versprochen, die Arbeitsbedingungen und Sal\u00e4re der Minenarbeiter zu verbessern &#8211; durch die Verstaatlichung der Minen. Passiert ist das bislang nicht, weshalb die Minenarbeiter momentan die Verbindungsstrassen zwischen allen  grossen St\u00e4dten blockieren, was unsere Reise etwas behindert. Schon in der Salar de Uyuni mussten wir uns am letzten Tag der Tour mit dem Mittagessen etwas beeilen, da die Fahrer Nachricht erhalten hatten, dass die Zufahrtsstrasse nach Uyuni gesperrt werden k\u00f6nnte und sie wie bereits erw\u00e4hnt noch am selben Tag mit einer Tour zur\u00fcck Richtung San Pedro mussten. Aus dem selben Grund sind wir nicht in Uyuni geblieben sondern am selben Abend noch Richtung Potos\u00ed gefahren. Trotzdem wurden wir bei der Ausfahrt aus der Stadt \u00fcber eine Stunde aufgehalten, so dass wir erst gegen 1 Uhr in Potos\u00ed ankamen.<\/p>\n<h2>Tag 1 in Potos\u00ed<\/h2>\n<p>Der n\u00e4chste Tag war unser erster bewusster Tag in Bolivien. Der Besuch des Mercado Central zeigte uns auf, dass wir im &#8220;echten&#8221; S\u00fcdamerika angekommen waren. Das Chaos, der \u00fcberwiegende Anteil an indigener Bev\u00f6lkerung, die Lautst\u00e4rke und die Armut waren alles Anzeichen daf\u00fcr. Zudem hatten sich alle Preise drastisch reduziert. Beispielsweise gibt es in Bolivien oft einen kompletten Mittagstisch mit Vorspeise, Hauptgang und Getr\u00e4nk f\u00fcr 12 Bolivianos (knapp zwei Franken). Oftmals ist es schwierig, mit 100er-Scheinen (etwa 14 Franken) zu zahlen.<\/p>\n<p>Nach einigem \u00dcberlegen haben wir uns daf\u00fcr entschieden, an der klassischen Minentour teilzunehmen. Gemeinsam mit Mirjam machten wir uns am Nachmittag mit einer achtk\u00f6pfigen Gruppe auf den Weg in eine der zahlreichen Silberminen am Cerro Rico (hier im Hintergrund). <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-1638581.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-1638581.jpg\" alt=\"20130513-163858.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurden wir mit Schutzbekleidung, Helmen und Stirnlampen ausger\u00fcstet. Anschliessend wurde uns nahegelegt, noch einige Geschenke f\u00fcr die Minenarbeiter zu kaufen. Um in den Minen arbeiten zu k\u00f6nnen, muss man einen Teil des Bergs pachten und s\u00e4mtliche Werkzeuge und Ausr\u00fcstung selbst stellen. Da dies f\u00fcr die Arbeiter schlichtweg zu teuer ist, schliessen sie sich einer Gruppe an, die sich diese Kosten und die Einnahmen teilen. Wir haben uns entschieden, etwas Wasser und einige Cocabl\u00e4tter zu spendieren, da jeder Arbeiter davon profitieren kann. Mit einem Schluck 96-prozentigem Alkohol (von welchem ein Teil der Pachamama &#8211; Mutter Erde &#8211; geopfert wurde) wurden wir auf den Berg vorbereitet. <\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Halt war bei einer Fabrik, die die abgebauten Gesteinsbrocken aus den Minen zu 80-prozentigem Silberstaub verarbeitet. Der Gestank verschiedenster L\u00f6sungsmittel brannte in unseren Nasen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-171746.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-171746.jpg\" alt=\"20130513-171746.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach einer wackligen Anfahrt und einem letzten &#8220;mucho suerte&#8221; von unserem Guide ging es in den Schacht. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-171427.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-171427.jpg\" alt=\"20130513-171427.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p>Schon nach kurzer Zeit fing es an nach Schwefel und anderen Gasen zu stinken, der Sauerstoff wurde trotz Druckluftzufuhr zunehmend knapper. Der Schacht wurde immer enger, die Temperatur stieg. Pl\u00f6tzlich mussten wir auf die Seite stehen, um einem tonnenschweren schienengef\u00fchrten Transportwagen auszuweichen. Um den ersten Arbeitsort zu erreichen, den wir besichtigen sollten, mussten wir \u00fcber eine wacklige Leiter durch ein d\u00fcnnes Loch hinauf kriechen. Dort wurde eine Seilwinde bet\u00e4tigt, um Gesteinsbrocken von der unteren Ebene nach oben zu transportieren. Hier haben wir einen Teil unserer &#8220;Geschenke&#8221; bei den Arbeitern abgegeben und sind wieder das Loch hinab. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-173845.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-173845.jpg\" alt=\"20130513-173845.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kurz darauf waren wir auf der unteren Ebene, wo die S\u00e4cke an der Seilwinde bef\u00fcllt wurden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-165520.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-165520.jpg\" alt=\"20130513-165520.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p>Danach machten wir uns auf den Weg auf eine noch weiter unten gelegene Ebene. Hier mussten wir einen engen Gang hinab rutschen, Stehen war hier nicht mehr m\u00f6glich. Hier h\u00e4tten wir einigen Arbeitern beim Aush\u00f6hlen mit dem Presslufthammer beiwohnen k\u00f6nnen, haben dies aber wegen der akuten Staubentwicklung abgelehnt.<\/p>\n<p>Anschliessend mussten wir zun\u00e4chst ca. 20 Minuten in einer Seitengasse warten, um die R\u00fcckkehr eines Transportwagens abzuwarten. Hier ergab sich ein Gruppenfoto mit zwei echten Mineros.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-170131.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-170131.jpg\" alt=\"20130513-170131.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf Wunsch eines Mitglieds unserer Gruppe besuchten wir auf dem R\u00fcckweg noch eine Sprengtruppe, die mit kleinen Dynamitstangen Teile des Felses abbauten. Nach einer halben Stunde Wartezeit waren alle dreizehn Sprengs\u00e4tze gelegt und wir durften den Ersch\u00fctterungen beiwohnen. Dieses Erlebnis war etwas beunruhigend, da die Sprengungen relativ laut waren und die gesamte Umgebung vibrierte.<\/p>\n<p>Total ersch\u00f6pft, von Staub bedeckt und etwas kurzatmig erreichten wir kurz darauf wohlbehalten den Ausgang. Zu mehr als einem Abendessen waren wir danach nicht mehr in der Lage.<\/p>\n<h2>Tag 2 in Potos\u00ed<\/h2>\n<p>Am zweiten Tag haben wir die Stadt etwas n\u00e4her betrachtet, die neben den Minen auch noch einige Kirchen und sch\u00f6ne Plazas bietet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-172852.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wolfey.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/20130513-172852.jpg\" alt=\"20130513-172852.jpg\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unser Versuch, am Mittag nach Sucre weiterzufahren, scheiterte an den Bloqueos, so dass wir nur Tickets f\u00fcr den Abendbus kaufen konnten. Als Zeitvertreib konnten wir noch den Convento San Francisco besichtigen, der die \u00e4lteste Kirche der Stadt beinhaltet.<\/p>\n<p>Nun sind wir in Sucre und morgen fr\u00fch hoffentlich auch schon wieder auf dem Weg nach Cochabamba, mal sehen, wie wir die Bloqueos umgehen k\u00f6nnen..<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben ein neues Wort gelernt. Bloqueo heisst Blockade und ist das heisse Thema der Stunde in Bolivien. Als Evo Morales im Januar 2006 an die Macht kam, hat er versprochen, die Arbeitsbedingungen und Sal\u00e4re der Minenarbeiter zu verbessern &#8211; durch die Verstaatlichung der Minen. 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